Schlam(m)assel in Aichwald

Normalerweise hatte der MSC Aichwald in den vergangenen Jahren bei seinen Veranstaltungen zu den ADAC MX Masters immer ein „Gut-Wetter-Abo“, doch in diesem Jahr sollte alles anders werden. Auch für das Team Castrol Power1 Suzuki Moto-Base war das Wochenende ein kleines Schlamassel.

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Die gute Nachricht vor dem Wochenende war: Filip Bengtsson ist zurück und kann nahezu unbeschwert wieder Motorrad fahren! „Meine Schulter fühlte sich gut an und auch ich fühlte mich prima auf dem Motorrad. Zurück im Racing zu sein, hat mir richtig Spaß gemacht“, ließ Filip verlauten und platzierte seine Castrol-Suzuki prompt auf den sechsten Rang in seiner Qualifikationsgruppe der Masters-Klasse am Samstag.

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Für den Sonntag war dann eine wahre Schlammschlacht angesagt und dies zwang die Rennleitung dazu, die Läufe zum Junior-Cup komplett zu streichen und in den anderen beiden Klassen nur einen Wertungslauf fahren zu lassen. In diesen startete bei grenzwertigen Bedingungen der dreifache schwedische Meister gut und lag bereits an dritter Position, als: „Ich stürzte, war es so glatt und rutschig, dass es schwer war, überhaupt zum Motorrad zurück zu kommen. Danach musste ich kurz in die Box und mir neue Handschuhe und Brille holen. Mein Fahren war aber okay“, sagte Filip, nachdem er als 20. ins Ziel fuhr.

Der beste Fahrer des Teams war in den letzten Wochen zweifelsfrei Mike Stender, doch in Aichwald sollte es erstmals nicht so gut laufen. Im freien Training kam der Eutiner noch nicht so gut zurecht, war verkrampft und fand keine guten Spuren: „In der Qualifikation kam ich etwas besser zurecht und ich habe versucht, sehr viel zu fahren. Am Ende war ich Neunter in meiner Gruppe und hatte nichtmal eine Sekunde Rückstand auf Rang vier, womit ich zufrieden war.“

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In den Schlamm von Sonntag erwischte Mike einen schlechten Start um Rang 20 herum, fuhr aber direkt einige Plätze nach vorn: „Ich fand gute Spuren und war nach drei Runden schon Zwölfter. Beim Versuch den Elften zu attackieren, wollte ich zu viel und rutschte weg. Danach lag ich wieder um den 20. Rang, aber stürzte erneut. Das Motorrad hat komplett gequalmt und vor mir war niemand mehr zu sehen, weshalb ich vorzeitig das Rennen beendete. Im Groben und Ganzen war es ein bescheidenes Wochenende!“

Ziemlich kurzfristig und spontan ins Team gerückt ist Cedric Soubeyras. Der mehrfache Supercross-Europameister wollte unbedingt in Aichwald starten und so gab ihm Team-Chef Michael Peters die Chance dazu. Der Franzose qualifizierte sich als Siebter der zweiten Gruppe auch entsprechend gut und holte im Schlamm am Sonntag Punkte: „Das war das schlammigste
Rennen, dass ich je gefahren bin“, sagte Cedric kurz und knapp. Dabei kämpfte der Franzose über die Hälfte des Rennens ohne Brille, da er dachte, dass der Lauf wie beim Youngster-Cup frühzeitig beendet wird und er keine Plätze während dem Halt in der Box verlieren wollte. Nachdem Soubeyras das Rennen als 15. beendete, wurden ihm anschließend zwei Stunden lang im Krankenhaus die Augen ausgespült.

Als einziger Youngster kam Eric Schwella nach Aichwald und der Brandenburger versuchte sich wieder direkt für die Wertungsläufe des stark besetzten Youngster-Cups zu qualifizieren: „Wir haben zusammen mit dem Team noch ein paar Veränderungen am Motorrad vorgenommen, damit ich mich noch wohler darauf fühle. Es hat auch sehr gut funktioniert, auch wenn es für die direkte Qualifikation noch nicht gereicht hat“, erzählte der junge Blondschopf.

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Im Last-Chance-Rennen erwischte Eric einen sehr bescheidenen Start, zeigte aber erneut seine kämpferischen Qualitäten: „Beim Losfahren kam ich an den Ganghebel und habe aus Versehen

in den Leerlauf geschaltet. Dazu bremste ich in der dritten oder vierten Kurve das Motorrad aus, ich war also nach der ersten Runde 34. Ich gab aber nicht auf und fühlte mich richtig wohl. Ich fuhr einen sehr guten Speed und überholte Runde für Runde zahlreiche Fahrer. Nach sieben von neun Runden war ich schon 13. und fuhr zu dem Zeitpunkt drei Sekunden schneller als die Fahrer vor mir“, beschrieb Eric die Schlussphase auf dem Aichwalder Rundkurs.

Leider stürze der Suzuki-Pilot dann schwer und das Motorrad landete dabei auf seinem Oberschenkel: „Ich hatte natürlich Schmerzen und fuhr das Rennen noch langsam zu Ende. Das war sehr frustrierend für mich, da ich zuvor zum Teil sieben Fahrer in einer Runde überholte und der Qualirang sechs nicht mehr weit entfernt war. Bis zum nächsten Rennen bin ich aber wieder fit.Team-Chef Michael Peters zu Aichwald: „Das Rennen am Sonntag überhaupt zu starten war absolut grenzwertig. Dass man den Zuschauern Racing präsentieren möchte, kann ich natürlich nachvollziehen. Für die Fahrer und uns als Team, war es aber sinnlos. Zum Glück hat sich meines Wissens nach kein Fahrer ernsthaft verletzt, aber allein das Cedric ins Krankenhaus musste und die für uns deutlich höheren Kosten sind nicht gerade erfreulich. Dass neben den Werksfahrern viele Fahrer, die in der Meisterschaft nicht vorn dabei waren, erst gar nicht an den Start gingen, bestätigt meine Meinung. Zum Sportlichen gibt es nicht viel zu sagen, außer das wir dieses Mal sehr viel Pech hatten.

Der nächste Event für das Team Castrol Power1 Suzuki Moto-Base findet bereits am kommenden Wochenende im britischen Matterley Basin statt. Mike Stender geht in der EMX250 und Filip Bengtsson in der MXGP-Klasse an den Start. Obendrein ist Filip vom Promotor Youthstream eingeladen worden, die offizielle GoPro-Video-Runde zur Streckenpräsentation aufzunehmen, die auf dem Youtube-Kanal der WM sowie während der Live-Übertragungen gezeigt wird.

 

Bilder: Steve Bauerschmidt

 

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